Aachen Containert! http://aachencontainert.blogsport.de Ein Blog über das Containern in Aachen Sat, 07 Oct 2017 18:10:36 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Info-Abend http://aachencontainert.blogsport.de/2017/10/07/info-abend/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/10/07/info-abend/#comments Sat, 07 Oct 2017 18:10:36 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/10/07/info-abend/ Volle Bäuche statt volle Tonnen: Containern ist kein Verbrechen!
Buchvorstellung und Info-Abend

Montag, 9.10. – 17:30 Uhr – Café Mundo im Welthaus Aachen (An der Schanz 1)

Seit eineinhalb Jahren kämpft die Aachener Initiative „Containern ist kein Verbrechen!“ gegen die Verfolgung von Menschen, die Lebensmittel aus Müllcontainern „retten“. Nach massiven Protesten wurde ein Verfahren eingestellt – doch schon wieder sind Menschen angeklagt. Bei dem Info-Abend stellt Christian Walter sein Buch „Volle Bäuche statt volle Tonnen!“ vor. Er ist Sozialist, Mitbegründer der Initiative und betreibt das Facebook-Blog Aachen containert.

Infos zum Buch: http://manifest-buecher.de/product/containern

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Das sagen die Parteien http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/19/das-sagen-die-parteien/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/19/das-sagen-die-parteien/#comments Tue, 19 Sep 2017 14:59:34 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/19/das-sagen-die-parteien/ Wir haben die aussichtsreichen Parteien (AfD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, DIE LINKE, FDP, SPD) zu ihren Positionen befragt. Leider haben nur Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE geantwortet. Hier veröffentlichen hier ihre Antworten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Initiative „Containern ist kein Verbrechen!“ kämpft seit eineinhalb
Jahren gegen Lebensmittelvernichtung, gegen die Kriminalisierung von
Containernden und für eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Nachdem im
Sommer 2015 zwei Aachener eine Anzeige bekommen hatten („Besonders
schwerer Diebstahl“), weil sie containert haben sollten, organisierte
wir eine Solidaritätskampagne mit Demonstrationen, öffentlichen
Containertouren und einer Petition, die 127.000 mal unterschrieben
wurde. Nach viel hin und her zahlte sich dieser Protest aus und das
Verfahren wurde eingestellt.
Nach der Bundestagswahl wird eine Petition an den Bundestag eingereicht,
mit dem Ziel, das Containern von Lebensmitteln und die Mitnahme von
Sperrmüll zu entkriminalisieren (siehe 242.blogsport.de). Außerdem
sollen Supermärkte dazu verpflichtet werden, einen freien Zugang zu
genießbaren Lebensmitteln, die für den Müll bestimmt sind, zu gewähren.
Die LINKE-Fraktion hat im Sommer 2017 einen ähnlich lautenden Antrag in
den Bundestag eingebracht, der mit den Stimmen der Regierungskoalition
aus Union und SPD abgelehnt wurde.

Wahlberechtigte sollen am 24. September einen neuen Bundestag wählen.
Sie entscheiden nach vielen Kriterien. Wir möchten ihnen zu unserem
Themenkomplex einen Überblick über die Positionen der Parteien, die
Umfragen zufolge gute Chancen haben, verschaffen. Dazu möchten wir Sie
bitten, bis spätestens zum 16. September folgende Fragen zu beantworten.
Wir werden ihre Antworten nach dem Ja-Nein-Neutral-Muster in einer
tabellarischen Auflistung veröffentlichen. Sollten sie erklärende Texte
dazu schreiben, werden wir sie voraussichtlich auch veröffentlichen.

Im Voraus danke ich Ihnen für die Beantwortung

Christian Walter, für die Initiative „Containern ist kein Verbrechen!“

Die Fragen (bitte, mit Ausnahme der Frage 9, mit Ja/Nein/Neutral
beantworten, gerne können Sie weitergehende Erklärungen dazu schreiben):

1. Ist es legitim, dass sich Aktivist*innen über Verbot und
Kriminalisierung hinwegsetzen und Containern?

Bündnis 90/Die Grünen:
Ja. Zugleich muss dafür gesorgt werden, dass es gar nicht zu Strafverfahren kommt, wenn Menschen noch genießbare Lebensmittel retten. Da es sich – sofern überhaupt noch – um eine fremde Sache, jedenfalls um solche von geringem Wert handelt –, besteht grundsätzlich kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung.

DIE LINKE:
JA. DIE LINKE ist der Auffassung, dass es falsch ist, Containern zu kriminalisieren, denn die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit von Menschen steht über dem Eigentumsrecht und Profitinteresse. Solange Menschen in Deutschland unter Armut leiden und sich keine angemessene Ernährung leisten können, ist es zumindest moralisch legitim, gegen die Vernichtung von Lebensmitteln aus Profitinteressen anzukämpfen. Aus rechtsstaatlicher Sicht ist dies (derzeit noch) verboten, und DIE LINKE achtet den Rechtsstaat und wird nicht öffentlich dazu aufrufen, Straftaten zu begehen und gegen Gesetze zu verstoßen.

2. Falls nein, ist es richtig, dass die nach Verlautbarungen überlastete
Polizei Containernde verfolgt?

Entfällt, da beide Parteien mit „Ja“ geantwortet haben

3. Soll Containern straffrei werden?

Bündnis 90/Die Grünen:
Ja. Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll retten, sollen nicht bestraft werden. (s. Frage 1)

DIE LINKE:
JA. DIE LINKE hat 2017 einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht („Lebensmittel-retterinnen und
Lebensmittelretter entkriminalisieren“, Bundestagsdrucksache 18/12364).

4. Falls ja, soll für die Entkriminalisierung des Containerns der Diebstahlparagraph §242 StGB sowie der Herrenloses Eigentum-Paragraph §959 BGB angepasst werden?

Bündnis 90/Die Grünen:
Neutral. Gesetze sollten grundsätzlich nur geändert werden, wenn dies nötig ist. In diesem Fall reichen die bestehenden Geringwertigkeits-und Geringfügigkeitsregeln im Straf- und Strafprozessrecht (siehe §§ 248a und 243 Abs. 2 StGB sowie §§ 153 ff StPO) und die Möglichkeit allgemeiner Weisungen und Richtlinien für die Strafverfolgung völlig aus. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Möglichkeiten auch tatsächlich bundeseinheitlich genutzt werden.

DIE LINKE:
JA. DIE LINKE will, dass die Aneignung entsorgter Lebensmittelabfälle von der Strafverfolgung ausgenommen wird; beispielsweise indem solche Lebensmittelabfälle als herrenlose Sache definiert werden.

5. Sollen Supermärkte verpflichtet werden, einen freien Zugang zu genießbaren, für den Müll bestimmten Lebensmittel zu gewähren?

Bündnis 90/Die Grünen:
Siehe nächste Frage

DIE LINKE:
JA. Das würden wir begrüßen.

6. Sollen Supermärkte und Lebensmittelkonzerne verpflichtet werden, genießbare Lebensmittel, die für den Müll bestimmt sind, zu spenden?

Bündnis 90/Die Grünen:
Frage 5 und 6 werden gemeinsam beantwortet.
Ja. Wir wollen, dass Supermärkte ab einer gewissen Größe nicht verkaufte, aber noch gute Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellen sollen. Dieses Angebot soll für alle Menschen offen sein. Dabei soll sichergestellt werden, dass dies nicht zur Müllentsorgung missbraucht wird.

DIE LINKE:
JA. Der Handel muss verpflichtet werden, abgelaufene aber genießbare Waren an Mitarbeiterin-nen und Mitarbeiter, gemeinnützige Einrichtungen oder interessierte Einzelpersonen kostenfrei weiterzureichen. Eine Zuwiderhandlung muss ordnungsrechtlich geahndet werden.

7. Falls ja, sollen Supermärkte und Lebensmittelkonzerne für diese Spenden entschädigt werden bzw. Steuervergünstigungen bekommen?

Bündnis 90/Die Grünen:
Nein. Wir gehen davon aus, dass Lebensmittelspenden oder kostenfreie Abgaben aussortierter Lebensmittel nicht zu zusätzlichen Kosten für Supermärkte, Lebensmittelkonzerne oder andere Abgebende führen.

DIE LINKE:
NEIN. Einerseits wären es dann keine Spenden mehr. Anderseits ist uns eine präventive und konsequente Vermeidung von Lebensmittelverschwendung wichtig, die durch solche Anreize konter-kariert würde.

8. Sind staatliche Eingriffe in die Lebensmittelproduktion nötig, um die Überproduktion im Lebensmittelbereich einzudämmen?

Bündnis 90/Die Grünen:
Siehe nächste Frage

DIE LINKE:
JA. DIE LINKE fordert, dass bis 2020 alle Stufen der Lebensmittelkette von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung, Herstellung und den Handel bis hin zur Gastronomie und zu Privathaushalten ihre Lebensmittelverluste halbieren müssen. Vermarktungsnormen sind aufzuheben.

9. Falls ja, welche Maßnahmen würden sie dazu ergreifen, und wie könnte zum Beispiel der Jobverlust der derzeit in der Produktion Beschäftigten verhindert werden?

Bündnis 90/Die Grünen:
Frage 8 und 9 werden gemeinsam beantwortet.
Ja. Wir werden keine Produktionsmengenvorgaben machen. Aber wir wollen eine Land- und Ernährungswirtschaft schaffen, die auf Klasse statt auf Masse setzt. Dafür wollen wir die Agrarförderung so umstellen, dass Umwelt-, Klima- und Tierschutzleistungen unterstützt werden. Ein Beispiel für die richtigen politischen Rahmenbedingungen ist unser Ausstiegsplan für ein Ende der industriellen Massentierhaltung, der auch die Zukunft der Arbeitsplätze mitdenkt (https://www.gruene-bundestag.de/files/beschluesse/Pakt-fuer-faire-Tierhaltung.pdf).
Außerdem entsprechen die Preise, die wir heute im Laden zahlen, nicht der ökologischen und sozialen Wahrheit. Wir wollen, dass die Preise die Wahrheit sagen und setzen uns für die Internalisierung externer Kosten ein. Noch bestehende Handels- und Qualitätsnormen wollen wir daraufhin überprüfen, ob sie wirklich notwendig sind. Zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung wollen wir zudem verbindliche Reduktionsziele für alle Akteure der Lebensmittelkette einführen. Für eine qualitativ hochwertige Land- und Ernährungswirtschaft werden mehr Arbeitskräfte vonnöten sein, sodass wir in diesem Bereich insgesamt keinen Jobverlust, sondern eher einen Zuwachs an Beschäftigung erwarten.

DIE LINKE:
Die Reduktion der Verschwendung bedeutet in unserer oft voll automatisierten Produktionswelt nicht automatisch einen Verlust von Arbeitsplätzen. Wenn sich Lebensmittelunternehmen auf Lebensmittelnutzung anstatt Lebensmittelvernichtung umstellen, benötigten sie mehr und gut qualifiziertes Personal. DIE LINKE strebt eine sozial-ökologische Lebensmittelerzeugung an.

10. Soll am Aufdruck eines Mindesthaltbarkeitsdatums auf verpackte Lebensmittel festgehalten werden?

Bündnis 90/Die Grünen:
Neutral. Wir befürworten die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums für bestimmte langlebige Produkte wie Nudeln oder Reis. Für andere Produkte halten wir das Mindesthaltbarkeitsdatum für wichtig, wollen es aber durch Leitlinien konkretisieren, damit es dem tatsächlichen Verfallsdatum möglichst nahe kommt. Außerdem wollen wir das Verbraucherwissen über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums stärken.

DIE LINKE:
NEIN. Das Mindesthaltbarkeitsdatum kann abgeschafft werden, da es keine lebensmitteltechnologische Bedeutung hat. Stattdessen sollte das Erzeugungsdatum aufgeführt werden.

11. Soll an Subventionen von primär für den Export produzierten Lebensmitteln (z.B. niedersächsische Fleischfabriken) festgehalten werden, obwohl die Märkte in den Zielregionen bereits gesättigt sind?

Bündnis 90/Die Grünen:
Nein. Wir wollen Subventionen in Zukunft nur noch an Betriebe verteilen, die öffentliche Leistungen erbringen, z.B. Tier-, Umwelt- oder Klimaschutz. Exportbegünstigende Agrarsubventionen lehnen wir ab. Zudem sollen nur noch flächengebunden wirtschaftende Betriebe Subventionen erhalten.

DIE LINKE:
NEIN. Die auf Massentierhaltung und Billigproduktion orientierte Lebensmittelindustrie in Deutschland erzeugt erhebliche Überschüsse und führt zu Umweltschäden und Vernichtung von Lebensmitteln.

12. Sind staatliche Eingriffe in die Lebensmittelvermarktung angebracht, um den Überkonsum einzudämmen?

Bündnis 90/Die Grünen:
Nein und Ja. Wir sind nicht dafür, den individuellen Konsum durch staatliche Eingriffe zu regeln. Wir sprechen uns aber klar für verständliche und zuverlässige Kennzeichnungen und gegen irreführende oder täuschende Lebensmittelwerbung aus. Das fördert bewussten Einkauf. Zudem fordern wir, dass es verstärkt Angebote und Lebensmittelportionen für Single-Haushalte gibt, um bedarfsgerechtes Einkaufen zu erleichtern und dadurch Lebensmittelverschwendung zu verringern.

DIE LINKE:
JA. Staatliche Eingriffe wie eine verpflichtende Reduktion von Lebensmittelverlusten, die Abschaffung von Vermarktungsnormen oder die Pflicht zu kleinen Verpackungsgrößen sind notwendig, da Selbstverpflichtungen der Wirtschaft wenig Wirkung entfalten. DIE LINKE setzt sich insgesamt für eine konsequente Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ein.

13. Nur wenige Supermärkte trennen ihren Müll: Genießbare Lebensmittel werden in ihren Verpackungen zusammen mit „richtigem“ Müll in die gleiche Tonne entsorgt. Sind Maßnahmen zu ergreifen (vorgeschriebene Trennung, Kontrollen etc., um das zu ändern?

Bündnis 90/Die Grünen:
Ja. Mit der neuen Gewerbeabfallverordnung sind gewerbliche Betriebe bereits verpflichtet neben Papier, Pappen, Kartonagen, Kunststoffen, Glas und Metallen auch Holz, Textilien und sämtliche Bioabfälle getrennt zu erfassen. Dies ist entsprechend zu dokumentieren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.
Es wird spannend sein zu sehen, wie dies nun umgesetzt wird bzw. ob die Supermärkte versuchen werden, sich dieser Pflicht zu entziehen. Denn die neuen Vorschriften verpflichten, soweit möglich und zumutbar, dass die Abfallerzeuger und -besitzer bei der Abfallentstehung einen getrennten Anfall der benannten Abfallfraktionen herbeiführen.
Wenn verpackte Lebensmittel, die noch genießbar sind, künftig zur Verwertung zur Verfügung gestellt werden sollen (s.o.) wird eine getrennte Aufbewahrung automatisch notwendig.

DIE LINKE:
JA. Da der Handel verpflichtet werden soll, noch genießbare Lebensmittel kostenfrei abzugeben oder zu spenden, muss er automatisch die Lebensmittel trennen.

14. Sind staatliche Vorgaben einzurichten, um den Verpackungsmüll zu reduzieren?

Bündnis 90/Die Grünen:
Ja. Wir wollen die Verpackungsentgelte ökologisch ausgestalten.

DIE LINKE:
JA. Weniger verpackte Lebensmittel und mehr Einzelstückverkauf sind insbesondere für kleine Haushalte notwendig. Wir halten dies aber auch aus ökologischen Gründen für notwendig.

15. Sollen staatliche Maßnahmen ergriffen werden, um eine nachhaltige, d.h. verlust- und emissionsarme und ressourcenschonende Wirtschaftsweise zu erreichen?

Bündnis 90/Die Grünen:
Ja, sie werden heute schon ergriffen, sie müssen aber ständig verbessert und dem Stand der Technik, aber auch der Wissenschaft, angeglichen werden.

DIE LINKE:
JA. DIE LINKE setzt sich für eine nachhaltige sozial-ökologische und möglichst regionale Versorgung mit Lebensmitteln ein. Statt einer Förderung des Exports müssen regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche im Rahmen ihrer Gemeinschaftsverpflegung stärker mit der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln vertraut gemacht werden.

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Fragen an die Parteien http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/13/fragen-an-die-parteien/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/13/fragen-an-die-parteien/#comments Wed, 13 Sep 2017 19:59:31 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/13/fragen-an-die-parteien/ Bald sind Bundestagswahlen. Wir haben den aussichtsreichen Parteien (AfD, CDU, FDP, Grüne, LINKE, SPD) einen Fragenkatalog zugeschickt. Wenn sie ihn beantworten werden wir hier die Antworten veröffentlichen. Unabhängig davon könnt ihr euren lokalen Kandidat*innen auf der Webseite abgeordnetenwatch.de Fragen stellen. Hier der Fragenkatalog, wie wir ihn an die Parteien geschickt haben:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Initiative „Containern ist kein Verbrechen!“ kämpft seit eineinhalb
Jahren gegen Lebensmittelvernichtung, gegen die Kriminalisierung von
Containernden und für eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Nachdem im
Sommer 2015 zwei Aachener eine Anzeige bekommen hatten („Besonders
schwerer Diebstahl“), weil sie containert haben sollten, organisierte
wir eine Solidaritätskampagne mit Demonstrationen, öffentlichen
Containertouren und einer Petition, die 127.000 mal unterschrieben
wurde. Nach viel hin und her zahlte sich dieser Protest aus und das
Verfahren wurde eingestellt.
Nach der Bundestagswahl wird eine Petition an den Bundestag eingereicht,
mit dem Ziel, das Containern von Lebensmitteln und die Mitnahme von
Sperrmüll zu entkriminalisieren (siehe 242.blogsport.de). Außerdem
sollen Supermärkte dazu verpflichtet werden, einen freien Zugang zu
genießbaren Lebensmitteln, die für den Müll bestimmt sind, zu gewähren.
Die LINKE-Fraktion hat im Sommer 2017 einen ähnlich lautenden Antrag in
den Bundestag eingebracht, der mit den Stimmen der Regierungskoalition
aus Union und SPD abgelehnt wurde.

Wahlberechtigte sollen am 24. September einen neuen Bundestag wählen.
Sie entscheiden nach vielen Kriterien. Wir möchten ihnen zu unserem
Themenkomplex einen Überblick über die Positionen der Parteien, die
Umfragen zufolge gute Chancen haben, verschaffen. Dazu möchten wir Sie
bitten, bis spätestens zum 16. September folgende Fragen zu beantworten.
Wir werden ihre Antworten nach dem Ja-Nein-Neutral-Muster in einer
tabellarischen Auflistung veröffentlichen. Sollten sie erklärende Texte
dazu schreiben, werden wir sie voraussichtlich auch veröffentlichen.

Im Voraus danke ich Ihnen für die Beantwortung

Christian Walter, für die Initiative „Containern ist kein Verbrechen!“

Die Fragen (bitte, mit Ausnahme der Frage 9, mit Ja/Nein/Neutral
beantworten, gerne können Sie weitergehende Erklärungen dazu schreiben):

1. Ist es legitim, dass sich Aktivist*innen über Verbot und
Kriminalisierung hinwegsetzen und Containern?

2. Falls nein, ist es richtig, dass die nach Verlautbarungen überlastete
Polizei Containernde verfolgt?

3. Soll Containern straffrei werden?

4. Falls ja, soll für die Entkriminalisierung des Containerns der
Diebstahlparagraph §242 StGB sowie der Herrenloses Eigentum-Paragraph
§959 BGB angepasst werden?

5. Sollen Supermärkte verpflichtet werden, einen freien Zugang zu
genießbaren, für den Müll bestimmten Lebensmittel zu gewähren?

6. Sollen Supermärkte und Lebensmittelkonzerne verpflichtet werden,
genießbare Lebensmittel, die für den Müll bestimmt sind, zu spenden?

7. Falls ja, sollen Supermärkte und Lebensmittelkonzerne für diese
Spenden entschädigt werden bzw. Steuervergünstigungen bekommen?

8. Sind staatliche Eingriffe in die Lebensmittelproduktion nötig, um die
Überproduktion im Lebensmittelbereich einzudämmen?

9. Falls ja, welche Maßnahmen würden sie dazu ergreifen, und wie könnte
zum Beispiel der Jobverlust der derzeit in der Produktion Beschäftigten
verhindert werden?

10. Soll am Aufdruck eines Mindesthaltbarkeitsdatums auf verpackte
Lebensmittel festgehalten werden?

11. Soll an Subventionen von primär für den Export produzierten
Lebensmitteln (z.B. niedersächsische Fleischfabriken) festgehalten
werden, obwohl die Märkte in den Zielregionen bereits gesättigt sind?

12. Sind staatliche Eingriffe in die Lebensmittelvermarktung angebracht,
um den Überkonsum einzudämmen?

13. Nur wenige Supermärkte trennen ihren Müll: Genießbare Lebensmittel
werden in ihren Verpackungen zusammen mit „richtigem“ Müll in die
gleiche Tonne entsorgt. Sind Maßnahmen zu ergreifen (vorgeschriebene
Trennung, Kontrollen etc., um das zu ändern?

14. Sind staatliche Vorgaben einzurichten, um den Verpackungsmüll zu
reduzieren?

15. Sollen staatliche Maßnahmen ergriffen werden, um eine nachhaltige,
d.h. verlust- und emissionsarme und ressourcenschonende Wirtschaftsweise
zu erreichen?

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Erneuter Kriminalisierungsversuch – kommt zur Demo! http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/07/erneuter-kriminalisierungsversuch-kommt-zur-demo/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/07/erneuter-kriminalisierungsversuch-kommt-zur-demo/#comments Thu, 07 Sep 2017 13:35:19 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/07/erneuter-kriminalisierungsversuch-kommt-zur-demo/ Im Juni endete eine eineinhalb Jahre dauernde, intensive Kampagne gegen die Kriminalisierung von Containernden mit einer Niederlage für die Aachener Staatsanwaltschaft: Sie wollte zwei mutmaßliche Containernde verurteilt sehen – doch das Verfahren wurde nach harten Protesten eingestellt. Wir haben uns gefreut und gefeiert. Doch diese Freude war kurz.

Nur wenige Tage danach kam es zu einem ähnlichen Fall, nur noch krasser: Zwei Menschen wurden beim Containern erwischt, 14 Polizist*innen wurden aufgefahren. Die beiden wurden schikaniert und mussten die Nacht in der Zelle verbringen. Wir lassen auch sie nicht allein und unterstützen sie!

Während riesige Mengen genießbare Lebensmittel planmäßig weggeworfen werden, werden Menschen kriminalisiert, die etwas dagegen unternehmen. Das darf nicht sein, das wollen wir ändern.

Dazu beteiligen wir uns an der Demo „für ein gutes Leben für Alle!“ am 16.9. Wir werden einen Redebeitrag halten und unser Transparent mitbringen und auf diesen neuen Fall aufmerksam machen. Unterstützt uns dabei und kommt auch zur Demo!

Die Demo beginnt um 15 Uhr am Kennedypark und geht von dort zum Elisenbrunnen. Dort werden wir unseren Beitrag halten. Kommt vorbei und unterstützt uns!

Mehr Infos zur Demo gibt es hier:
gutesleben.blogsport.de

Mehr Infos zum Kriminalisierungsfall:
movieaachen.de

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http://aachencontainert.blogsport.de/2017/09/07/erneuter-kriminalisierungsversuch-kommt-zur-demo/feed/
Erneuter Kriminalisierungsversuch in Aachen http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/30/erneuter-kriminalisierungsversuch-in-aachen/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/30/erneuter-kriminalisierungsversuch-in-aachen/#comments Wed, 30 Aug 2017 16:44:30 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/30/erneuter-kriminalisierungsversuch-in-aachen/ Schlechte Nachrichten!

Es gibt einen neuen Kriminalisierungsversuch in Aachen. Nur kurz nach unserem langen, harten und letztlich erfolgreichen Kampf kam es zu einer erneuten Anzeige, verbunden mit krasser polizeilicher Schikane gegen die Betroffenen.

Die guten Nachrichten sind:
Wir sind mit den Betroffenen in Kontakt und arbeiten seit mehreren Wochen daran, diesen Versuch zu einem erneuten Desaster für die Aachener Staatsanwaltschaft zu machen. Wir werden dabei wieder die Forderung nach einer generellen Entkriminalisierung des Containerns in den Mittelpunkt stellen.

Mehr Infos bekommt ihr in Kürze auf dieser Seite.

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http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/30/erneuter-kriminalisierungsversuch-in-aachen/feed/
Workshop auf dem Klimacamp http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/15/workshop-auf-dem-klimacamp/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/15/workshop-auf-dem-klimacamp/#comments Tue, 15 Aug 2017 12:46:01 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/15/workshop-auf-dem-klimacamp/ Auf dem Klimacamp im Rheinland werde ich am 22.8. einen Workshop anbieten. Dabei geht es u.a. um folgende Fragen:

- Warum ist das Containern eigentlich verboten? Wie sieht unser Kampf aus, das zu ändern?
- Wie viel Essen wird eigentlich vernichtet, von wem und warum?
- Kann man mit kritischem Konsum oder Konsumverzicht erfolgreich etwas daran ändern?
- Welche Initiativen bekämpfen Lebensmittelvernichtung auf welche Weise, und wie erfolgsversprechend sind ihre Konzepte?
- Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die darauf ausgelegt ist, die Bedürfnisse von Mensch und Natur zu befriedigen?

Natürlich sind das nur ein paar Leitfragen, je nach Interesse kann das vor Ort angepasst werden. Die genaue Zeit des Workshops wird wohl erst am Tag selber oer am Vortag festgelegt werden (aber es gibt sowieso ein vielfältiges Angebot an Workshops, hinkommen lohnt sich also in jedem Fall). Der Ort wird entweder das Linksjugend [’solid]-Barrio auf dem Klimacamp im Rheinland oder eins der Workshopzelte sein, Schaut vor Ort einfach auf die Aushänge.

Anreise und mehr Infos zum Klimacamp erfahrt ihr hier:
klimacamp-im-rheinland.de

Wer sich außerdem an den folgenden Aktionen gegen Braunkohleförderung beteiligen möchte sollte sich hier informieren:
ende-gelaende.org

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http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/15/workshop-auf-dem-klimacamp/feed/
Volle Bäuche statt volle Tonnen! Vortrag beim Niemandsland 017 http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/01/volle-baeuche-statt-volle-tonnen-vortrag-beim-niemandsland-017/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/01/volle-baeuche-statt-volle-tonnen-vortrag-beim-niemandsland-017/#comments Tue, 01 Aug 2017 15:16:06 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/01/volle-baeuche-statt-volle-tonnen-vortrag-beim-niemandsland-017/ Volle Bäuche statt volle Tonnen!

Fast die Hälfte aller Lebensmittel in Deutschland werden weggeworfen. Wer wirft sie weg? Und warum?
Immer mehr Menschen containern: Sie holen sich genießbare Lebensmittel aus den Mülltonnen der Supermärkte. Das ist in Deutschland verboten. Was findet man in den Tonnen? Worauf sollte man achten, wenn man mit dem Containern anfangen möchte? Warum ist das Containern illegal? Warum wird eigentlich viel mehr Essen produziert als benötigt? Wie kann man grundsätzlich etwas ändern?

Das sind einige der Fragen, wozu ich gerne was erzählen und meine Thesen mit euch diskutieren möchte. Dazu hat Rhizom 115 mich in ihre Jurte auf dem NIEMANDSLAND Festival 017 eingeladen. Also, wenn ihr da am Start seid und euch das Thema interessiert, kommt am Freitag (11.8.) spätestens um 19 Uhr zur Rhizom-Jurte.

(Das bin ich: Christian Walter, Betreiber von Aachen containert, Aktivist und Sozialist aus Aachen, Autor vom Buch „Volle Bäuche statt volle Tonnen!“)

Hinweis: Der Vortrag findet auf dem Festivalgelände statt, es kostet damit Eintritt. Alle Infos: http://www.niemandsland-festival.com/

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http://aachencontainert.blogsport.de/2017/08/01/volle-baeuche-statt-volle-tonnen-vortrag-beim-niemandsland-017/feed/
Soli-Aktion in Gießen http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/09/soli-aktion-in-giessen/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/09/soli-aktion-in-giessen/#comments Fri, 09 Jun 2017 12:27:17 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/09/soli-aktion-in-giessen/ In Gießen wurden offenbar abgeschlossene Lebensmitteltonnen befreit. Auf indymedia steht ein Text, der bezug auf unsere Kampagne und das (eingestellte) Verfahren nimmt. Wir wollen gerne darauf verweisen:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/214908

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http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/09/soli-aktion-in-giessen/feed/
Das Verfahren wurde eingestellt! http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/08/das-verfahren-wurde-eingestellt/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/08/das-verfahren-wurde-eingestellt/#comments Thu, 08 Jun 2017 15:11:34 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/08/das-verfahren-wurde-eingestellt/ Soeben hat uns die Nachricht erreicht, dass das Containern-Verfahren gegen zwei Aachener eingestellt wurde. Am Tag vor dem angesetzten Gerichtsprozess wurde die zentrale Forderung von uns und weit über 125.000 Menschen, die unsere Petition unterzeichnet hatten, damit doch noch umgesetzt. Ein guter Grund zum Feiern!

Protest wirkt
Die zuständige Richterin soll sich demnach geäußert haben, dass es wichtigere Fragen gebe, mit der sich die Justiz zu beschäftigen habe. Vielleicht hat sie persönlich sich erst nach unserer Unterschriften-Übergabe gestern mit dem konkreten Fall beschäftigt – die Justiz als Institution hat aber seit bald zwei Jahren damit zu tun. Natürlich freuen wir uns trotzdem, denn späte Einsicht ist besser als gar keine. Aber so ganz wollen wir nicht an „Einsicht“ glauben, viel mehr sehen wir diese Entscheidung als Bestätigung, dass unsere (und eure!) massiven Proteste Wirkung zeigen.

Feiert mit uns!
Wir hatten vor dem angesetzten Prozess morgen früh zum Protest aufgerufen. Weil bei so einer kurzfristigen Absage sowieso nicht mehr alle diese Info mitbekommen, werden wir trotzdem da sein. Anstatt zu protestieren werden wir mit euch feiern und laden zum Picknick-Frühstück mit geretteten Lebensmitteln. Und protestieren gleichzeitig gegen Containern-Verfahren, die grad in anderen Städten vorbereitet werden. Kommt also morgen (Freitag) um 8:00 Uhr zum Amtsgericht Aachen (Adalbertsteinweg 92).
Kommt auch am Samstag um 15:00 Uhr zum Neumarkt im Frankenberger Viertel. Hier findet eine „Recht auf Stadt“-Aktion statt, im Rahmen dessen organisieren wir ein Picknick (ab ca. 16:00 Uhr im Frankenberger Park).

Containern entkriminalisieren!
Wir sind (natürlich!) sehr happy, denn die Einstellung des Verfahrens war das erste Ziel unseres Bündnisses. Die großen Aufgaben stehen aber noch an: Wir wollen das Containern grundsätzlich nicht mehr kriminalisiert wird und Supermärkte genießbare Lebensmittel, die für den Müll bestimmt sind, frei zugänglich machen müssen. Zudem weitere strukturelle und wirksame Maßnahmen gegen die Lebensmittel-Überproduktion und die damit einhergehenden, gravierenden Konsequenzen. Wir laden weiterhin herzlich zum Mitmachen ein und für alle, die sich bereits engagieren: bleibt aktiv!

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10. Juni: Kundgebung, Demo, Picknick http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/06/10-juni-kundgebung-demo-picknick/ http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/06/10-juni-kundgebung-demo-picknick/#comments Tue, 06 Jun 2017 10:57:23 +0000 Administrator Allgemein http://aachencontainert.blogsport.de/2017/06/06/10-juni-kundgebung-demo-picknick/ Wir unterstützen diese Aktion und organisieren das Picknick:

Für guten und bezahlbaren Wohnraum • Für soziale und kulturelle Freiräume • Für mehr Grün in unserer Stadt • Für Teilhabe • Gegen Rassismus und andere Diskriminierungen • Für eine lebenswerte Stadt:

Für das Recht auf Stadt!

Dafür wollen wir am 10.6. auf die Straße gehen – mit Dir!

Wir treffen uns um 15:00 Uhr am Neumarkt im Frankenberger Viertel zur Kundgebung, gehen von dort als Demonstration zum Frankenberger Park und lassen den Tag mit einem Picknick und viel Spaß ausklingen lassen. Ihr dürft gerne Leckereien zum Picknick oder Spiele für den Park mitbringen :)

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